Was ist ein Social Intra­net?

Im Gegen­satz zu einem klas­si­schen (und eher sta­ti­schen) Intra­net wird bei einem Social-Intra­net ein dyna­mi­scher und sozia­ler Ansatz gewählt. Im Fokus ste­hen hier neben der Wis­sens­ver­mitt­lung (z. B. in Form eines Wiki oder FAQ), Infor­ma­ti­ons­aus­tausch (z. B. mit einem Blog und/oder Forum) und schnel­le­re Iden­ti­fi­ka­ti­on von Mit­ar­bei­tern (z. B. mit einem Mit­ar­bei­ter­ver­zeich­nis, das u. a. die Mög­lich­keit bie­tet The­men­ex­per­ten im Unter­neh­men zu fin­den), die Inter­ak­tio­nen (z. B. Kom­men­ta­re, Likes, Votes etc.) der Mit­ar­bei­ter unter­ein­an­der.

Um es noch ver­ständ­li­cher zu beschrei­ben: Stell Dir vor man ver­mischt ein klas­si­sches Intra­net mit den sozia­len Aspek­ten von Face­book und mischt noch etwas Wiki­pe­dia dazu. Eini­ge Social-Intra­net-Lösun­gen bin­den noch Pro­jekt- und Auf­ga­ben­ma­nage­ment, Echt­zeit­kom­mu­ni­ka­ti­on via Team-Chat und die Mög­lich­keit par­al­lel in Doku­men­ten arbei­ten zu kön­nen ein. Aller­dings sind die­se Ele­men­te im Gegen­satz zu spe­zia­li­sier­ten Ein­zel­lö­sun­gen von Natur aus meist rudi­men­tär umge­setzt. Daher auch mei­ne Emp­feh­lung, für das Social Intra­net und für das Pro­jekt- und Auf­ga­ben­ma­nage­ment sepa­ra­te Lösun­gen zu ver­wen­den (die aber ggf. Dank Schnitt­stel­len mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kön­nen).

Wel­che Vor­tei­le spre­chen für ein Social-Intra­net?

  • Bie­tet die Chan­ce, die inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on deut­lich trans­pa­ren­ter und somit ver­ständ­li­cher für alle Mit­ar­bei­ter zu gestal­ten.
  • Eine aktiv geleb­te inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on die Mit­ar­bei­ter begeis­tert und moti­viert, hat immer posi­ti­ve Effek­te auf die exter­ne Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Jeder Mit­ar­bei­ter kann sich ein­brin­gen. Sei es mit Blog-Arti­keln, Foren-Dis­kus­sio­nen, Umfra­gen oder Wiki-Ein­trä­gen. Ob jemand eher intro­ver­tiert oder extro­ver­tiert ist spielt hier kei­ne Rol­le.
  • Kann zur Inno­va­ti­ons­för­de­rung im Unter­neh­men genutzt wer­den
  • Bie­tet die Platt­form für ein zen­tra­les Wis­sens­ma­nage­ment (Stich­wort „Wiki“) im Unter­neh­men
  • Bie­tet die Mög­lich­keit schnel­ler und ein­fa­cher Exper­ten im Unter­neh­men zu fin­den (Stich­wort „Mit­ar­bei­ter­ver­zeich­nis“)
  • Kann als wich­ti­ge Unter­stüt­zung beim Onboar­ding neu­er Mit­ar­bei­ter genutzt wer­den
  • Kann mit wei­te­ren Unter­neh­mens­lö­sun­gen ver­knüpft wer­den (zum Bei­spiel Lösun­gen bzgl. „Zeit­er­fas­sung“, „Pro­jekt­ma­nage­ment“ und/oder einer Bild­da­ten­bank)
  • Kann das E‑Mail-Auf­kom­men inner­halb der inter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on stark redu­zie­ren

Das soll­test Du unbe­dingt berück­sich­ti­gen

Ohne vor­an­ge­gan­ge­ner Ist-Ana­ly­se der inter­nen Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und einer dar­auf basie­ren­den Social-Intra­net-Stra­te­gie (in mei­ner Blog­se­rie “Wie Du Schritt für Schritt ein Social Intra­net mit Wor­d­Press auf­baust” beschrei­be ich aus­führ­lich, wie ein Social-Intra­net-Frame­work Dir dabei hel­fen kann — das gilt gene­rell für alle Social Intra­net Lösun­gen und ist nicht auf Wor­d­Press limi­tiert) ist eine sol­che Platt­form meist zum Start hin schon eine „Tot­ge­burt“, da ent­we­der rele­van­te Inhal­te feh­len, die fal­schen (oder zu vie­le) Fea­tures ein­ge­setzt wur­den und/die Benut­zer­freund­lich­keit man­gel­haft umge­setzt wur­de.

In vie­len mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men muss zudem ein Umden­ken in der Füh­rungs­ebe­ne statt­fin­den: Natür­lich führt ein Social-Intra­net nicht auto­ma­tisch direkt zu mehr Neukunden/Umsatz/Gewinn. Der Weg dahin benö­tigt u. a. eine genaue Stra­te­gie­ent­wick­lung, rele­van­te Inhal­te die Mit­ar­bei­ter informieren/begeistern/motivieren und eine Erfolgs­kon­trol­le der Platt­form (z. B. in Form von halb­jähr­li­chen Zufrie­den­heits­um­fra­gen unter den Mit­ar­bei­tern des Unter­neh­mens und Tracking der Zugrif­fe). Es braucht im Vor­feld eine Men­ge Über­zeu­gungs­ar­beit in der Füh­rungs­ebe­ne — das kann ich Dir aus eige­ner Erfah­rung sagen. 😉 Aber es lohnt sich!

Mit­tel- bis lang­fris­tig gese­hen steckt so viel nach­hal­ti­ges Poten­zi­al in einem Social-Intra­net, so dass sich dar­aus ent­ste­hen­de posi­ti­ve Effek­te natür­lich auch auf den Umsatz/Gewinn aus­wir­ken wer­den. Eine authen­tisch geleb­te inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on hat immer posi­ti­ven Ein­fluss für die exter­ne Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on. Letzt­lich sind alle Hier­ar­chie­stu­fen (also natür­lich auch Geschäfts­füh­rer und alle Füh­rungs­kräf­te – die­se soll­ten aber eine beson­de­re „Vor­bild­funk­ti­on“ ver­in­ner­li­chen) für den Erfolg eines Social-Intra­net mit ver­ant­wort­lich.

Was kos­tet so ein Social-Intra­net?

Selbst wenn Du einen DIY-Ansatz (in mei­ner Blog-Serie „DIY-Social-Intra­net mit Wor­d­Press“ gehe ich detail­lier­ter dar­auf ein) wäh­len soll­test: Mit einem First-Invest im ers­ten Jahr von ca. 500 € bis 600 € (Lizenz­kos­ten für The­me + ergän­zen­de Plugins ohne Berück­sich­ti­gung von evtl. inter­nen oder exter­nen Hosting­kos­ten) soll­test Du in etwa für Dei­ne Platt­form rech­nen. Vie­le Wor­d­Press-The­mes und ‑Plugins basie­ren auf einem Abo­sys­tem. Hier wer­den bei Ver­län­ge­rung nach 12 Mona­ten meist Preis­nach­läs­se zwi­schen 20–40 % ange­bo­ten. Daher lie­gen die Fol­ge­kos­ten ab dem 2. Jahr meist etwas unter dem First-Invest. Kal­ku­lie­re aber immer mit einem gesun­den Puf­fer (z. B. für eine optio­na­le exter­ne Unter­stüt­zung durch Free­lan­cer oder Agen­tu­ren; für wei­te­re Plugins etc.), damit Du genug Spiel­raum bekommst.

Der Bud­get­rah­men für eine exter­ne Lösung (am Bei­spiel von Just Social; Stand: Novem­ber 2019) star­tet als rei­ne Cloud-Lösung bei rund 500 € pro Jahr (25 Nut­zer & 25 GB Spei­cher) und geht hoch auf bis zu rund 2.400 € pro Jahr (unli­mi­tier­te Nut­zer & unbe­grenz­ter Spei­cher; mei­ner Mei­nung nach ein echt fai­res Ange­bot). Soll­test Du lie­ber auf eine Pri­va­te Cloud set­zen wol­len, geht es bei 2.750 € (zzgl. 2.400 € Auf­preis pro Jahr wenn nur auf unter­neh­mens­ei­ge­nen Ser­vern gehos­tet wer­den soll) pro Jahr (25 Nut­zer) los und geht dann z. B. hoch bis 8.000 € pro Jahr (300 Nut­zer; auch hier fal­len zusätz­lich 2.400 € pro Jahr an wenn nur unter­neh­mens­ei­ge­ne Ser­ver genutzt wer­den sol­len).

Ein Social-Intra­net passt nicht für jedes Unter­neh­men. Daher kann ich mich nur wie­der­ho­len: Inves­tie­re unbe­dingt in eine Ist-Ana­ly­se der inter­nen Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on im Vor­feld BEVOR Du wei­te­re Schrit­te unter­nimmst.

Wo geht die Rei­se hin?

Wie jede digi­ta­le Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt sich das Social-Intra­net immer wei­ter. Aus mei­ner Erfah­rung her­aus wird es immer wei­ter in Rich­tung „digi­ta­ler Arbeits­platz“ gehen und das Social-Intra­net ist hier die zen­tra­le Platt­form (klas­sisch per Desk­top oder mobil per Smartphone/Tablet) die alle ver­wen­de­te Soft­ware­lö­sun­gen des Unter­neh­mens ver­knüpft. „User-Gene­ra­ted-Con­tent“ (im Fall eines Intra­net “von Mit­ar­bei­tern für Mit­ar­bei­ter erstell­te Inhal­te”) wird wei­ter­hin wich­tig blei­ben. Die Funk­tio­nen und die User-Expe­ri­ence der Social Intra­net Lösun­gen wer­den sich noch wei­ter auf eine mög­lichst ein­fa­che und anspre­chen­de Umset­zung fokus­sie­ren.

Nur bei einem Punkt bin ich mir noch unschlüs­sig: Wird das The­ma „Per­so­na­li­sie­rung“ (Jeder Mit­ar­bei­ter kann nach sei­nen Inter­es­sen fil­tern und erhält somit nur die für ihn rele­van­ten Inhal­te ange­zeigt) wich­ti­ger wer­den? Das ist defi­ni­tiv ein Bereich, dem ich mich noch wid­men möch­te (z. B. mit der Fra­ge ob Per­so­na­li­sie­rung wirk­lich in der Pra­xis von den Mit­ar­bei­tern mehr­heit­lich genutzt wird).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.